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km Bangkok to Singapur

Tagebuch
Das ist die persönliche Geschichte meiner «Experience» in Südostasien. Alles beruht auf wahren Begebenheiten, ist ungeschönt und durch meine ganz eigene Brille betrachtet – inklusive kleiner Kratzer auf den Gläsern. Die Kurzgeschichten sollen euch bei der Reiseplanung anregen, motivieren und vielleicht sogar ein wenig schlauer machen. Ein Reiseführer ist das hier allerdings nicht – dafür gibt es bessere Autoren, dickere Bücher und vermutlich auch verlässlichere Quellen. Du willst die ganze Geschichte lesen, klicke auf die Pfeile recht...
Der Inhalt soll vor allem verhindern, dass die Erinnerungen irgendwann im Nebel des Vergessens verschwinden, und sie mit einer interessierten Leserschaft teilen. Einige FunFacts stammen aus den Tiefen des Internets und sind deshalb mit einer kleinen Prise Vorsicht zu geniessen.
«Die Vorfreude ist die schönste Freude» – das trifft auf mich jedenfalls bestens zu. Meine «Experience» begann deshalb nicht erst am Flughafen, sondern schon bei der Planung. Für die zweimonatige Reise durch Thailand, Malaysia und Singapur wollte ich nichts dem Zufall überlassen und plante Monate im Voraus akribisch, minutiös und mit einer Hingabe, die selbst ein Schweizer Fahrplan bewundert hätte.
Im Mittelpunkt stand die knapp 1900 Kilometer lange Zugreise von Bangkok nach Singapur. Im klimatisierten Schlafwagen liesse sich die Strecke zwar in drei bis fünf Tagen bewältigen – aber das wäre ja beinahe vernünftig gewesen. Mein Plan sah lieber Tagesetappen von 200 bis 500 Kilometern vor, unterbrochen von kürzeren und längeren Aufenthalten. Mindestens 15 Tage wollte ich mir dafür gönnen, zumal für Kuala Lumpur und Singapur je vier Tage reserviert waren.
Auf meiner Bucketlist standen ausserdem schöne Hotels, imposante Skyscraper, Rooftop-Restaurants, neue Malls sowie Rad- und Flusstouren – kurz gesagt: ein ausgewogener Mix aus Abenteuer, Aussicht und Klimaanlage.
Zu Jahresbeginn ist Südostasien ein ausgesprochen beliebtes Reiseziel, und Mitte Januar mischt auch noch das chinesische Neujahrsfest kräftig mit. Beliebte Hotels und Hotspots sind dann schnell ausgebucht, während die Preise bei kurzfristigen Buchungen ebenso schnell Höhenluft schnuppern. Das gilt selbstverständlich auch für Flüge, Züge und andere Transportmittel.
Ich verbrachte Stunden, wenn nicht Tage damit, Zugfahrpläne, städtische ÖV-Netze, günstig gelegene Hotels, Stadtpläne und vieles mehr zu studieren. Mein Ziel war stets, die öffentlichen Verkehrsmittel möglichst optimal zu nutzen. Ich behaupte inzwischen ganz bescheiden, das ÖV-Netz von Bangkok und Singapur besser zu kennen als jenes von Bernmobil – was geografisch betrachtet durchaus bemerkenswert ist.
Wie gesagt: nichts dem Zufall überlassen und buchen, buchen, buchen. Natürlich mit dem kleinen Risiko, bei einer unerwarteten Wendung die ganze Planung über den Haufen werfen zu müssen – und im schlimmsten Fall auch noch Money, Money, Money zu verlieren …
Das wäre der Plan gewesen.
Aber was soll schon schiefgehen? Und schliesslich darf Spass auch etwas kosten – zumindest rede ich mir das vorsorglich ein.
#0 - 12. januar

Der Abschied
Nach einer tollen und entspannten Zugfahrt mit der SBB bin ich pünktlich am Flughafen angekommen. Den Koffer hatte ich bereits am Vortag durch die den Gepäckdienstleister "www.airportr.com" abholen lassen. Habe auch gleich den Rücktransport von Flughafen nach Münchenbuchsee gebucht. Die übernehmen das Check-in sowie bei der Rückreise das anstehen beim Gepäckband. So konnte ich ganz locker nur mit kleinem Handgepäck reisen. Toller Service, kann online gebucht werden.
Mit der Warterei bis zum Boarding stieg nun auch mein Stresspegel. Warum, denken viele. Nun ja, da ich die Reise bis ins letzte Detail durchgeplant hatte, musste alles ohne Zwischenfälle funktionieren. Sorry, bin schlecht im Improvisieren.
Zum Glück hatte sich Zaggi, ein ehemaliger Schulkamerad, anerboten mir in der Bye Bye Bar das Händchen zu halten. Das hat mich sehr gefreut. Zaggi, hat viele Jahre bei der Skyguide als Ingenieur gearbeitet und viele technische Innovationen zur Flugsicherung eingeführt.
Fun Facts:
- ZRH to BKK via MUC, Reisezeit 13h 45min, mit Swiss, pünklich.
#1 - 13. januar

Die Ankunft - Kapitel I
Da jubelte mein Herz – und meine Beine gleich mit: Nach knapp 14 Stunden im Sitzen war dieses Schild ein wahrer Lichtblick. Erstens war ich tatsächlich auf dem richtigen Weg, und zweitens trennten mich nur noch 400 Meter von der Immigration.
Nach einer derart langen Reise erschreckte mich auch die Warteschlange nicht mehr: Gefühlt eine halbe Million Menschen aus China, Indien und Russland – dazu ein paar wenige aus anderen Ländern – warteten mit mir geduldig bei der «Immi».
Nach ungefähr einer Stunde Schritt-für-Schritt-Vorrückens war schliesslich auch ich an der Reihe.
Am Schalter winkte mich ein strenger, aber ausgesprochen korrekter Beamter heran. Als Fremder und Gast in diesem Land setzte ich mein freundlichstes Lächeln auf, grüsste ihn auf Thai und reichte ihm meinen Pass sowiedas Mobiltelefon mit der TDAC (Thailand Digital Arrival Card). Mit einem Lächeln seinerseits hatte ich nicht gerechnet – doch tatsächlich: Da zuckte etwas verdächtig freundlich um seine Lippen.
Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, mich aufzufordern, mein attraktives Gesicht kameratauglich zu präsentieren und jeden Finger der rechten Hand artig auf den Scanner zu legen.
Nach mehreren prüfenden Blicken auf meinen Pass und mein Gesicht winkte er mich durch und wünschte mir – glaube ich jedenfalls – einen angenehmen Aufenthalt. Mein Fazit: hart, aber fair. Die Anspannung fielaugenblicklich von mir ab. Thailand, ich komme!
Die Ankunft - Kapitel II
Am Rollband #14 leuchtete mir bereits mein Victorinox-Koffer in Sunburst Orange von weitem entgegen und drehte fröhlich seine Runden. Welche eine Freude. Als cleverer Bursche hatte ich die wichtigen Sachen auf Mann. Anschliessend sofort einen starken Espresso einwerfen und die E-Sim von AIS aktivieren. Selbstverständlich «Unlimited Internet» mit 5G für eine lückenlose Kommunikation zur weiten Welt und meinen Liebsten zuhause.
Frisch gestärkt und happy, schnurstracks ins erste Untergeschoss des riesigen Airports zur Bahnstation der ARL (Airport Rail Link) die mich bis ins Herz von Bangkok bringt. Die Bahn führt als Hochbahn bis zur Endstation «Phaya Thai» zu einem weiteren Knotenpunkt der Skytrains-Stationen Silom- und Sukhumvit Line. Diese Linien bedienen die wichtigsten wirtschaftlichen und touristischen Orte Bangkoks.
Mein erstes Ziel galt dem Baiyoke Sky Hotel (Tower II) das mit seinen 85 Stockwerken und 304m Höhe, Thailands höchstes Hotel ist. Das Hotel lieg in der Soi Ratchaprarop 3, einem quirligen Quartier mit Malls und dem «Pratunam Night Market». Beliebt bei Einheimischen und Touristen für billige Kleider und Elektronik aus Fernost sowie etlichen Streetfood-Ständen. Von der Hochbahnstation «Ratchaprarop» sind es zu Fuss ca. 300 m. Diese 300 Meter hatten es in sich, von der Hochbahn runter auf die Strasse, ohne Lift und dies mit dem schweren Gepäck. Hoppla.
Unten angekommen gleich eine Baustelle sowie ein anrückender Zug der sich schon von weitem mit lautem Hupen ankündigt. Die Diesellok raste mit circa 20 km/h, rauchend und lärmend, an Wohnhäusern vorbei über die stark befahrene «Ratchaprarop Road» Nach ungefähr 15 Minuten war der interessante Spuk vorbei.
Müde und durstig, (ja, Männer haben auch Gefühle) war mein Gedanke - jetzt nur nicht aufgeben, gleich bin ich am Ziel meiner Träume. Weiter ging's über einen holprigen, mit allen möglichen Gegenständen versperrten Gehweg. Die brütende Hitze, die Abgase der Fahrzeuge sowie der tosende Lärm gaben mir den Rest und nur dank meines eisenharten Willens , habe ich es noch geschafft zum Hotel zu gelangen.
Nach dem Check-in, in der 18. Etage, bezog ich die Skysuite in der 73. Etage. Das Zimmer riesig und mit einer unbeschreiblichen Aussicht auf Bangkok. Einfach nur wow und genau nach meinem Gusto. Auspacken, blieb ich doch für 3 Nächte, etwas frisch machen und hoch in den 84th Floor in «The Rooftop Bar» zu einem exquisiten Cocktail, einigen asiatischen Kleinigkeiten gegen den Hunger und Aussicht, Aussicht, Aussicht - ich kann davon nicht genug kriegen.
Etwas später fuhr ich runter (mit Liften, Betonung auf mehrere, denn ich musste zwei Mal umsteigen) in den Mikrokosmos der Soi. Bei einem sympathischen Streetfood-Stand gönnte ich mir noch zwei leckere Pouletspiesse mit scharfer Sosse und schaute auf einem gemütlichen Sessel dem nächtlichen Treiben zu.
Was soll ich sagen. Ein toller Einstieg für meinen Asien Tripp.

